Veronika Stepanowa hat keinen Antrag auf neutralen Status gestellt. Deshalb fehlt sie auf der FIS-Liste

Veronika Stepanowa fehlt auf der FIS-Liste der zugelassenen neutralen Athleten aus einem einfachen Grund: Sie hat keinen Antrag gestellt.

Die 25-Jährige, die 2022 in Peking als Schlussläuferin der russischen Staffel Olympiagold gewann, hat das am 22. Oktober selbst klargestellt. „‚Will den neutralen Status beantragen‘ ist nicht gleich ‚hat ihn beantragt‘. Versprechen heißt nicht heiraten, oder?“, schrieb sie auf ihrem Telegram-Kanal. Sie fügte hinzu, dass „alles von den Bedingungen, der Zeit und dem Ort abhängt“.

Sie reagierte damit auf Dmitri Swischtschow, den Präsidenten des russischen Skiverbands, der am 19. Oktober gesagt hatte, sie wolle ihre Unterlagen einreichen. Am 24. Oktober bestätigte Swischtschow dem russischen Portal Sport24, dass sie das nicht getan hat. „Bestimmte Fragen beschäftigen sie, und der Verband berät sie dazu“, sagte er. Laut Swischtschow trifft sie jetzt ihre endgültige Entscheidung darüber, ob sie die Erklärung ausfüllt und die Unterlagen einreicht, und soll sich bald festlegen.

Um als individuelle neutrale Athleten starten zu können, müssen russische und belarussische Langläufer eine Neutralitätserklärung unterschreiben und von der FIS zugelassen werden. Die Bedingungen im Detail stehen in unserem Überblick zu den Regeln 2026/27.

An den Punkten scheitert Stepanowa nicht. Sie hat auf der aktuellen FIS-Liste 32,28 Distanzpunkte, weit unter den 150, die für einen Weltcupstart nötig sind, wie wir vergangene Woche berichtet haben. Zwischen ihr und dem Weltcup steht nur der Status, und diesen Schritt muss vorerst sie gehen, nicht die FIS.

Bei Alexander Bolschunow, dem anderen Olympiasieger, der auf der Liste fehlt, liegt der Fall anders. Nach russischen Angaben liegt sein Antrag bei der FIS, und er wartet noch auf eine Antwort. Die FIS hat sich dazu nicht geäußert. Ihre Liste zeigt nur, wer zugelassen ist, nicht, wer einen Antrag gestellt hat.

Auf der aktuellen Version vom 23. Oktober stehen 37 Langläufer, 35 davon aus Russland, darunter die Gesamtweltcupsiegerin von 2021/22, Natalja Terentjewa. Unsere Analyse, wer in Ruka am 27. November starten kann.

Korrektur: In unserer Analyse vom 24. Oktober hieß es, die FIS habe sich weder zu Bolschunows noch zu Stepanowas Antrag geäußert. Stepanowa hatte keinen Antrag gestellt. Wir haben den Artikel korrigiert.

Update, 27. Oktober 2026: Russlands Verband hat Stepanowa für die Weltcups in Ruka und Trondheim nominiert, sofern sie den neutralen Status erhält. Öffentlich ist nicht bekannt, dass sie einen Antrag gestellt hat. Unsere Analyse.