Schweden verlegt sein Lager auf der Suche nach Schnee nach Norwegen. Der Weltcupauftakt läuft auf Schnee vom letzten Winter

Schwedens Langlauf-Nationalmannschaft muss ins Ausland, um Schnee zu finden. Das Lager sollte am Donnerstag in Bruksvallarna beginnen. Es wurde ins norwegische Trysil verlegt und beginnt nun am Montag, berichtete Expressen.

„Der Plan war Bruksvallarna, aber wegen der aktuellen Schneeverhältnisse haben wir uns jetzt für Trysil entschieden“, sagte Nationalmannschaftschef Niklas Jonsson der Zeitung. Das Team hatte Orte in Schweden, Finnland und Norwegen geprüft. „Wichtig ist, dass wir an einen Ort kommen, an dem die Bedingungen für die nächsten zehn Tage gut sind“, sagte er. Jonsson erwartet keine Nachteile durch die Verschiebung: „Dass man das Lager um ein paar Tage verschiebt, spielt keine Rolle.“

In Trysil erwartet werden unter anderem Johanna Hagström, Moa Lundgren, Edvin Anger, Gustaf Berglund, Truls Gisselman und Anton Grahn.

Überall gelagerter Schnee

Die nordischen Orte, die offen haben, laufen alle auf Schnee aus dem vergangenen Winter.

  • Trysil: Die Trysilfjellet Arena hat 5 km beleuchtete Loipen für klassisch und Skating aus gelagertem Schnee, geöffnet vom 29. Oktober bis 13. Dezember.
  • Bruksvallarna: In Bruksvallsliden gibt es derzeit eine 1,4-km-Runde, berichtete Expressen. Vor der schwedischen Saisoneröffnung dort vom 20. bis 22. November wird weiterer gelagerter Schnee ausgebracht.
  • Beitostølen: Der über den Sommer unter Holzschnitzeln gelagerte Schnee ist im Skistadion verteilt, Trainingsloipen sind offen. Der Beitosprint, die norwegische Saisoneröffnung, findet vom 20. bis 22. November statt.
  • Ruka: Am 10. Oktober wurde eine kostenlose erste Schneeloipe auf gelagertem Schnee eröffnet. Der örtliche Verein Kuusamon Erä-Veikot ist vom Veranstalter damit beauftragt, Schnee zu lagern und die Weltcupstrecken vorzubereiten.

Kein Schnee auf den Alpengletschern

Die übliche Alternative im Herbst, Höhenlager auf Alpengletschern, fällt in diesem Jahr weitgehend aus. Am 25. Oktober listete Iltalehti den Zustand der Orte auf, die Langlaufteams im Oktober und November am häufigsten nutzen:

OrtHöheZustand (25. Okt.)
Schnalstal (ITA)3.000 m und 2.400 mLoipen geschlossen
Tignes (FRA)2.100 mkein Schnee
Livigno (ITA)1.800 mkein Schnee
Ramsau, Dachsteingletscher (AUT)etwa 2.500 m10-km-Loipe geschlossen, 5-km-Loipe offen
Pitztaler Gletscher (AUT)2.700 m1.500 m Loipe

Finnlands Nationalmannschaft ist bis 2. November in Livigno und wusste vorher, dass sie dort wahrscheinlich nicht auf Schnee laufen würde. Petter Kukkonen, Leistungssportdirektor des finnischen Verbands, sagte der Zeitung, das Lager lohne sich trotzdem wegen des Höhentrainings, der Sonne und der Zeit als Team. „Aus vielen Gründen ist es klug, um diese Jahreszeit ein Lager in Mitteleuropa zu machen, auch wenn man nicht Ski laufen kann“, sagte er.

Der FIS-Zeitplan für Ruka

Der Weltcup beginnt vom 27. bis 29. November in Ruka. Nach den FIS-Weltcupregeln 2026/27 gilt:

  • Ein von der FIS ernannter Schneekontrolleur muss 15 Tage vor dem Rennen einen Schneebericht schicken. Für Ruka ist das der 12. November.
  • Der Bericht muss bestätigen, dass ab fünf Tagen vor dem Rennen Trainingsstrecken garantiert sind, also ab 22. November.
  • Ein negativer Bericht aktiviert die Event Preparation Group: FIS-Mitarbeiter, Veranstalter, ausrichtender Verband, der Vorsitz des FIS-Langlaufkomitees und ein Athletenvertreter. Sie kann Zeitplan, Formate und Strecken ändern, die Rennen verlegen oder verschieben.
  • Ein verlegter Wettkampf soll grundsätzlich im selben Land bleiben. Wird eine Verlegung oder Absage später als acht Tage vor dem Rennen beschlossen, für Ruka also nach dem 19. November, zahlt der ursprüngliche Veranstalter die Reisekosten der Teams. Bei Absagen gilt höhere Gewalt als Ausnahme.
  • Jeder Weltcuport muss bei der Sommerinspektion einen Plan zur Schneesicherheit vorlegen.

Was das für die Saisoneröffnungen heißt

Vorerst ist der Schneemangel ein Problem für das Training, nicht für die Rennen. Gelagerter Schnee ist einem milden Herbst weit weniger ausgesetzt als Naturschnee, und die Orte der Saisoneröffnungen haben ihn und nutzen ihn bereits. Bislang deutet nichts darauf hin, dass Ruka, Beitostølen oder Bruksvallarna wackeln. Die erste echte Prüfung für Ruka kommt am 12. November: Dann muss der von der FIS ernannte Schneekontrolleur melden, ob genug Schnee da ist, um ab dem 22. November, fünf Tage vor dem ersten Rennen, präparierte Trainingsstrecken zu garantieren. Fällt die Antwort negativ aus, prüfen FIS und Veranstalter Änderungen, einen anderen Ort oder eine Verschiebung.

Für die Teams werden die Möglichkeiten allerdings knapper. Weil die Gletscher aper sind, tragen ein paar kleine Runden aus gelagertem Schnee in Norwegen, Schweden und Finnland einen großen Teil des Schneetrainings vor der Saison. Schweden musste ins Ausland, um zehn Tage verlässlich laufen zu können. Teams, die auf die Alpen gesetzt haben, bekommen Höhe, aber vor den ersten Rennen wenig oder keine Zeit auf Schnee.