Russland nominiert Bolschunow und Stepanowa für Ruka. Fünf der acht Nominierten sind nicht startberechtigt
Russlands Skiverband hat die ersten acht Namen für die Weltcupauftakte in Ruka (27.–29. November) und Trondheim (4.–6. Dezember) bekanntgegeben. Alexander Bolschunow und Veronika Stepanowa sind dabei. Der Verband teilte am Montag mit, sein Trainerrat habe sie ohne Qualifikation nominiert, unter einer Bedingung: Jeder von ihnen muss von der FIS den neutralen Status erhalten.
| Athlet | Neutraler Status (AIN) | Distanzpunkte | Sprintpunkte |
|---|---|---|---|
| Männer | |||
| Alexander Bolschunow | Nein | 3,10 | 30,07 |
| Sawelij Korostelew | Ja | 9,51 | 58,77 |
| Sergej Ardaschew | Nein | 34,97 | 60,13 |
| Alexander Terentjew | Nein | 39,68 | 19,29 |
| Frauen | |||
| Natalja Terentjewa | Ja | 7,68 | 34,46 |
| Veronika Stepanowa | Nein | 32,28 | 97,35 |
| Aljona Baranowa | Nein | 60,48 | 81,05 |
| Alina Pekletsowa | Ja | 93,86 | 260,86 |
Neutraler Status laut der FIS-Liste der zugelassenen neutralen Athleten, Version 23. Oktober, am Dienstagmorgen weiterhin aktuell. Punkte aus der zweiten FIS-Punkteliste 2026/27.
Die übrigen Plätze werden bei den Rennen „Jugoria. Erster Schnee“ in Chanty-Mansijsk vergeben: 10 km klassisch am 10. November und 10 km Freistil am 11. November. Die endgültige Liste für die beiden Wochenenden soll laut Verband 20 Namen umfassen, zehn Männer und zehn Frauen.
Die Punkte sind nicht das Problem
Alle acht haben die 150 FIS-Punkte oder weniger, die für einen Weltcupstart nötig sind. Terentjews Sprintpunkte sind die fünftbesten der Welt, Bolschunows Distanzpunkte die siebtbesten. Außer Korostelew, der in der vergangenen Saison als neutraler Athlet im Weltcup lief, hat keiner von ihnen ein FIS-Ergebnis seit dem Frühjahr 2022. Ihre Punkte stammen aus der Zeit vor Russlands Ausschluss.
Die Hürde ist der neutrale Status. Bolschunow hatte schon einmal einen Antrag gestellt: Die FIS lehnte ihn am 24. Dezember 2025 vor den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina ab, und die Ad-hoc-Kammer des CAS erklärte sich im Januar für seinen Einspruch nicht zuständig. Nach russischen Angaben liegt der FIS ein neuer Antrag vor. Die FIS hat sich dazu nicht geäußert. Stepanowa hatte bis zum 24. Oktober keinen Antrag gestellt; Verbandspräsident Dmitri Swischtschow sagte damals, sie überlege noch. Ob Ardaschew, Terentjew und Baranowa Anträge gestellt haben, ist nicht öffentlich bekannt.
Was das bedeutet
Dieser Abschnitt ist eine Analyse.
Nach der aktuellen Liste kann Russland keine zehn pro Geschlecht schicken. Ein russischer Athlet braucht den neutralen Status und ausreichende Punkte. Beides haben nur fünf Männer und fünf Frauen: Korostelew, Ilja Semikow, Iwan Gorbunow, Nikita Denissow und Jegor Mitroschin sowie Terentjewa, Darja Neprjajewa, Jekaterina Nikitina, Pekletsowa und Lidija Gorbunowa, wie unsere Analyse der Liste vom 23. Oktober gezeigt hat. Das füllt fünf der sechs Startplätze pro Geschlecht in jedem Einzelrennen, aber kein Aufgebot von zehn. Der Plan des Verbands geht nur auf, wenn die FIS weitere Athleten mit Punkten zulässt.
Die Qualifikation ist dünner, als sie aussieht. In Chanty-Mansijsk geht es um sechs Plätze pro Geschlecht. Nach der aktuellen Liste könnten außerhalb der acht Nominierten nur vier Männer und drei Frauen einen davon in Ruka tatsächlich nutzen. Darja Neprjajewa, in der vergangenen Saison unter den besten 25 im Gesamtweltcup, ist nicht vorab nominiert und muss sich ihren Platz erlaufen.
Die Nominierung ist ein Signal, keine Entscheidung. Dass Bolschunow und Stepanowa nominiert sind, ändert nichts daran, ob sie starten dürfen; das entscheidet allein die FIS. Es zeigt aber, wie der Verband sein Team einschätzt: Nach eigenem Urteil gehören zur besten russischen Mannschaft für Ruka fünf Athleten ohne Zulassung, und eine davon hat keinen Antrag gestellt.
Entscheidend sind die nächste Aktualisierung der FIS-Liste und die dritte Punkteliste am 12. November. Werden Bolschunow, Terentjew und Stepanowa zugelassen, wird Russlands Team für Ruka an der Spitze deutlich stärker: Bolschunow gewann in Peking dreimal Olympia-Gold, und Terentjews Sprintpunkte gehören zu den besten im Feld. Für Trondheim kommt eine zweite Frage hinzu. Norwegens Skiverband hat die Regierung um Klarheit über Visa für russische Athleten gebeten, berichtete Dagbladet.