Val di Fiemme sagt ab, und die FIS hat über eine Verlegung der WM aus Falun nie gesprochen
Die Weltmeisterschaften 2027 bleiben in Falun. Das Val di Fiemme, die ganze Woche über als bereitstehender Ersatz gehandelt, hat sich am Samstag selbst aus dem Spiel genommen, und die FIS hat dem schwedischen Skiverband bestätigt, dass über eine Verlegung nicht einmal gesprochen wurde.
„Wir sind dankbar für die Wertschätzung und das Vertrauen, die dem Val di Fiemme entgegengebracht werden, schließen aber jede Beteiligung unsererseits an der Organisation der Ausgabe 2027 kategorisch aus“, sagte Pietro De Godenz, Präsident des Organisationskomitees Nordic Ski Val di Fiemme, in einer Erklärung, die der italienische Wintersportverband FISI veröffentlichte. Eine Anfrage habe das Tal nicht erhalten, „weder offiziell noch formell oder informell“.
De Godenz nannte auch praktische Gründe. Das Val di Fiemme richtet bereits einen Weltcup der Nordischen Kombination (11. bis 13. Dezember), einen Continental Cup im Skispringen (19. und 20. Dezember) und das Finale der Tour de Ski (8. bis 10. Januar) aus und bereitet die Olympischen Jugendspiele 2028 vor. Die Hotels im Tal sind für den Winter weitgehend ausgebucht, und „derzeit gibt es weder die wirtschaftlichen noch die organisatorischen Voraussetzungen für eine Veranstaltung dieser Größe“. Eine WM brauche langfristige Planung und lasse sich nicht in wenigen Monaten improvisieren, so das Komitee. Das Interesse des Tals gilt allein einer möglichen Bewerbung um die WM 2033 oder 2035. Dafür bräuchte es die Zustimmung der Gemeinden, und sie müsste mit der autonomen Provinz Trient abgestimmt werden.
Wie das Gerücht entstand
Das Komitee nannte die Geschichte „völlig unbegründet“. Sie gehe auf ein Missverständnis und dann eine falsche Übersetzung einiger ausländischer Medien zurück, und zwar von Aussagen, die De Godenz bei einer Pressekonferenz in Mailand zu den Winterveranstaltungen des Tals gemacht hatte. Einige Medien in Norwegen und Schweden hatten gemeldet, das Tal stehe bereit einzuspringen.
In der Erklärung heißt es außerdem, die Gerüchte könnten durch eine öffentliche Äußerung eines FIS-Mitarbeiters genährt worden sein, der das Val di Fiemme als Alternative ins Spiel gebracht habe, falls Falun Visaprobleme mit russischen Athleten bekomme. Fondo Italia hatte am 23. Oktober geschrieben, FIS-Sprecher Bruno Sassi habe im Gespräch mit Sveriges Radio eine Verlegung offengelassen, mit dem Val di Fiemme als einer der Alternativen. Der Bericht von Sveriges Radio selbst sagt etwas anderes: Die FIS nannte es einen gangbaren Weg, die Behörden um die Verweigerung von Visa zu bitten, weil nationale Gesetze über den FIS-Regeln stehen und die FIS keine Meinung dazu hat, welche Personen ein Land einreisen lässt. Von einer Verlegung oder vom Val di Fiemme ist darin keine Rede.
Wie wir vergangene Woche berichtet haben, war die früheste Fassung der Idee, die wir gefunden haben, eine NRK-Kolumne vom 22. Oktober, die das Val di Fiemme als naheliegende Alternative nannte. Der russische Skiverbandspräsident Dmitri Swischtschew stellte es danach als Warnung der FIS dar.
FIS und der schwedische Verband
Am Freitag teilte der schwedische Skiverband mit, die FIS habe bestätigt, dass es innerhalb der FIS keine Gespräche über eine Verlegung der WM aus Falun gegeben habe und auch keine solchen Pläne. Der Verband nannte es bedauerlich, dass die Berichte „unnötige Unruhe“ ausgelöst hätten.
Dieselbe Mitteilung spielt die eigene Rolle des Verbands in der Visafrage herunter. Er habe Visa und Einreise im Frühjahr ein einziges Mal im Gespräch mit dem schwedischen Sportdachverband RF angesprochen, die Sache nicht weiterverfolgt und keine bestimmte Entscheidung verlangt. Eine Lobbykampagne betreibe er nicht. Über Visa entscheiden die Behörden.
Vor zehn Tagen klang das anders. Am 21. Oktober sagte Generalsekretärin Pernilla Bonde dem SVT, der Verband habe das Thema beim RF angesprochen, und vielleicht könne es von dort ans Außenministerium gehen. Expressen sagte sie, der Weg über die Visa sei „wahrscheinlich der einzige“. Der RF erklärte damals, er stehe mit der Regierungskanzlei in Kontakt. An der Grundhaltung des Verbands hat sich nichts geändert: Er ist weiter der Meinung, dass russische und belarussische Läufer nicht starten sollten, solange der Krieg andauert, hält sich aber an die Entscheidung der FIS, sie als neutrale Athleten zuzulassen.
Die Visafrage liegt jetzt bei der Regierung. Sie hat die EU-Kommission am Freitag um Regeln gebeten, mit denen Mitgliedstaaten Visa wegen der Staatsangehörigkeit verweigern können, und bis dahin um strengere gemeinsame Leitlinien. Unser Bericht erklärt, warum neue EU-Regeln vor der WM kaum gelten werden.
Die WM beginnt in Falun am 24. Februar mit Qualifikationsrennen für Läufer aus kleineren Nationen und der Eröffnungsfeier. Die ersten Langlauf-Medaillen werden am 25. Februar im Sprint in freier Technik vergeben, das 50-km-Rennen der Frauen schließt das Programm am 7. März ab.